50 Jahre Altglas-Sammlung in Schwalbach am Taunus
Glas ist zu 100 Prozent ohne Qualitätsverlust recyclingfähig. Was heute selbstverständlicher Bestandteil der kommunalen Kreislaufwirtschaft ist, nahm in Schwalbach am Taunus vor genau 50 Jahren seinen Anfang: Im September 1976 führte der Magistrat im Rahmen des Umweltschutzes die Altglas-Sammlung ein.
Der erste Container wurde damals auf dem Parkplatz am Westring aufgestellt. Nach anfänglich befristeter Erprobung entwickelte sich die Altglas-Sammlung rasch zum Erfolgsmodell: Schon 1983 standen 11 Container an sieben Standorten bereit. Mit der Einführung des Dualen Systems 1992 und dem Aufstellen moderner, lärmgeschützter Container ab 1993 wurde die Dreifarbentrennung flächendeckend etabliert. Im Jahr 2000 erreichte das Sammelvolumen mit insgesamt 512,03 Tonnen – was umgerechnet 36,04 kg pro Einwohner entsprach - seinen historischen Höchststand.
Bürgermeister Thomas Milkowitsch betont die Bedeutung des Jubiläums: „Vor 50 Jahren hat der Magistrat mit der Einführung der Altglas-Sammlung frühzeitig Verantwortung für den Umweltschutz übernommen. Das kontinuierliche Engagement der Schwalbacherinnen und Schwalbacher schont seit fünf Jahrzehnten wertvolle Ressourcen. Diese Erfolgsgeschichte zeigt, wie gelebter Umweltschutz vor Ort Schritt für Schritt wächst.“
In den darauffolgenden zwei Jahrzehnten veränderte sich das Abfallaufkommen spürbar: Bis zum Jahr 2020 sank die gesammelte Menge auf 400,69 Tonnen beziehungsweise 26,07 kg pro Einwohner. Dieser Rückgang um rund 20 Prozent hat vor allem verbraucherbezogene Ursachen: Der zunehmende Trend zu Einweg- und Mehrwegpfandflaschen führt dazu, dass immer mehr Getränkeverpackungen im Handel abgegeben werden, anstatt in den Altglas-Containersystemen zu landen. Als Reaktion auf die gesunkenen Sammelmengen wurde auch das städtische Sammelnetz bedarfsgerecht angepasst. Im Jahr 2026 stehen der Bevölkerung im Stadtgebiet 25 Standorte mit Glascontainern zur Verfügung.
Für ein funktionierendes Recycling ist die richtige Trennung weiterhin entscheidend: In die Container gehören ausschließlich Behältergläser wie Flaschen und Konservengläser. Blaues und rotes Glas wird dabei zusammen mit Grünglas entsorgt. Abfallberaterin Ulrike Marschall erklärt dazu: „Damit der Rohstoff optimal wiederverwertet werden kann, ist Sortenreinheit wichtig. Trinkgläser, Fensterglas, Spiegel oder Porzellan dürfen keinesfalls in die Altglas-Sammlung, da sie unterschiedliche Schmelzpunkte haben. Weitere Details zur richtigen Entsorgung finden Interessierte im städtischen Abfallkalender.“