Farbenfrohes Zeichen für Wertschätzung: Neues Kunstwerk am Schwalbacher Jugendzentrum
Eine zuvor triste, graue Außenwand des Jugendzentrums im Atrium am Westring hat ein neues Gesicht bekommen: In Kooperation mit dem Graffiti-Künstler Sebastian Stehr (Künstlername „Indian t2b“) entstand ein farbenfrohes Kunstwerk, bei dem das für das Jugendzentrum inzwischen charakteristische Affen-Symbol erneut eine zentrale Rolle spielt. Das Projekt knüpft an eine vorangegangene Zusammenarbeit an: Bereits seit 2021 schmückt ein großflächiges Graffiti eines „blauen Affen“ den Aufzugsschacht der Hauptfassade des Gebäudes, was damals den Auftakt für die gestalterische Partnerschaft mit dem Künstler bildete. Ein drittes Werk von Sebastian Stehr, eine moderne Interpretation des Motivs der drei weisen Affen, ist im Aufenthaltsbereich des Jugendzentrums zu finden und vervollständigt die Reihe vor Ort.
Der Entstehungsprozess des neuen Graffiti begann bereits lange vor dem ersten Griff zur Sprühdose. In Workshops vor und in den Sommerferien arbeiteten die Sozialarbeiterin Lisa Stacke und der Sozialarbeiter Rubab Hossein gemeinsam mit den Jugendlichen an einer inhaltlichen Vorlage. Im Laufen dieser Vorbereitungsphase setzten sich die Teilnehmenden mit ihrer eigenen Lebenswelt sowie mit Themen wie Jugendkultur, Subkultur und Street-Art auseinander. Im gemeinsamen Austausch brachten die Jugendlichen eigene Ideen ein, lernten Kompromisse zu schließen und ihre zentralen Werte in visuelle Motive zu übersetzen. Die so entstandene Vorlage diente als Fundament für die jetzt erfolgte Neugestaltung: Künstler Sebastian Stehr griff diesen Entwurf auf und überführte die Vorarbeit der Jugendlichen schließlich in die großformatige Umsetzung an der Wand.
Bürgermeister Thomas Milkowitsch betont die gesellschaftliche Bedeutung der Aktion: „Jugendkultur braucht sichtbaren Raum in unserer Stadt. Das neue Kunstwerk zeigt eindrucksvoll, dass die Lebenswelt junger Menschen in Schwalbach einen festen Platz hat. Diese Form der Einbindung setzt ein lebendiges Zeichen für Respekt und ein vielfältiges Stadtleben.“
Die Neugestaltung ist eingebettet in das sozialpädagogische Gesamtkonzept der Stadt. Seit Oktober 2019 bündelt das Atrium-Gebäude die offene und mobile Jugendarbeit, die Schülerhilfe sowie die Kinderprojektarbeit. Neben Freizeit- und Bildungsangeboten unterstützt das pädagogische Team Jugendliche bei persönlichen Herausforderungen und beim Übergang von der Schule in den Beruf. Prinzipien wie Freiwilligkeit, Interessenorientierung und konsequente Mitgestaltung prägen die Arbeit der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort.
Ute Werner, Leiterin des Sozial- und Jugendamtes, erläutert den pädagogischen Hintergrund: „Graffiti ist für uns weit mehr als reine Verschönerung von Wänden. Indem wir Themen wie Street-Art und Hip-Hop aufgreifen, knüpfen wir direkt an die Realität und die Interessen der Jugendlichen an. Das stärkt ihre Verbundenheit mit dem Jugendzentrum und zeigt den Jugendlichen echte Anerkennung.“
Auch Künstler Sebastian Stehr blickt positiv auf das Werk: „Es ist bereits die dritte Wand am Juze in Schwalbach, und es ist immer wieder schön, hier zu gestalten. Die Jugendlichen reagieren sehr positiv, und die Wertschätzung ist hoch. Das Thema mit den ‚coolen‘ Affen scheint für das Jugendzentrum sehr schlüssig zu sein – was sicher nicht ohne ein Augenzwinkern zu verstehen ist.“
Die jugendlichen Besucherinnen und Besucher des Atriums haben die künstlerische Umsetzung ihrer Vorlage mit Interesse und Faszination begleitet und angeregt, einen Workshop mit dem Künstler durchzuführen. Eine Anregung, der das Jugendzentrum sehr gerne nachkommen wird, um den Jugendlichen praktische Einblicke in die Technik der Graffiti-Kunst zu ermöglichen.
Weitere Informationen über das künstlerische Schaffen von Sebastian Stehr sowie Einblicke in seine Arbeiten gibt es auf seiner Website unter www.indiant2b.com.