Leerung der „privaten“ Gelben Tonnen endet zum 1. Mai
Ab dem 1. Mai 2026 werden Gelbe Tonnen in Schwalbach und weiteren Kommunen im Main-Taunus-Kreis nicht mehr geleert. Hintergrund sind die Vorgaben der dualen Systeme, die eine Leerung privat beschaffter Tonnen mit 120 beziehungsweise 240 Liter Fassungsvermögen entgegen der bisher geübten Praxis nicht vorsehen. Die großen 1.100 Liter Container werden weiterhin geleert.
Die Leichtverpackungen werden gemäß der bestehenden Sammlungsvereinbarungen in Schwalbach mittels Gelber Säcke und bei Mehrfamilienhäusern über 1.100 Liter Container gesammelt. „Einige Bürgerinnen und Bürger haben sich Gelbe Tonnen – teilweise direkt über den Entsorger – angeschafft“, erklärt Erster Stadtrat Thomas Milkowitsch. Leider sei die Leerung dieser „privaten“ Tonnen laut Mitteilung der Firma Meinhardt zukünftig nicht mehr möglich.
Im Main-Taunus-Kreis sind von dieser Entwicklung die Kommunen Bad Soden, Eppstein, Flörsheim, Hofheim, Kriftel, Liederbach und Schwalbach betroffen. Bis zuletzt hat sich die Stadt, zusammen mit den anderen betroffenen Kommunen und mit Unterstützung einer Rechtsanwaltskanzlei dafür stark gemacht, den bisherigen Status quo zu erhalten, und Lösungsansätze unterbreitet, dass die bisherige Regelung bestehen bleiben kann. Doch die dualen Systeme sind nicht darauf eingegangen und haben lediglich das Verfahren ab 1. Mai bestätigt. Somit können Tonnen nur noch zum Sammeln der Säcke verwendet werden, dürfen aber nicht mehr für die Leerung an die Straße gestellt werden. Die Säcke werden ab 7 Uhr am Abfuhrtag abgeholt. Die verwendeten Säcke müssen durchsichtig sein.
Die Einsammlung und Verwertung der Verpackungen obliegt den dualen Systemen, zu denen auch der Grüne Punkt gehört. Diese privatwirtschaftlich organisierten Systeme arbeiten neben den kommunalen Einsammelsystemen und erfassen Leichtverpackungen über Gelbe Säcke und Container sowie Altglas über Glascontainer. Für die Mitbenutzung der blauen Papiertonnen zahlen sie einen Verpackungsanteil an die Kommune. Im Main-Taunus-Kreis ist die Firma Meinhardt mit der Einsammlung der Leichtverpackungen beauftragt; in Schwalbach fungiert die Firma Kilb als Subunternehmer.
„Die Verwaltung hat auf Anfragen seitens der Bürgerschaft immer darauf hingewiesen, dass die Leerung über privat angeschaffte Gelbe Tonnen nicht gewährleistet ist. Trotzdem bedauern wir, dass die dualen Systeme ein seit Jahren geduldetes und funktionierendes System nicht weiterführen“, äußert Erster Stadtrat Milkowitsch. „Wir haben uns als Stadt auch ein anderes Ergebnis gewünscht, haben aber keine Möglichkeit, hier Einfluss zu nehmen“, betont er weiter. Die Stadt werde sich auch künftig im Rahmen ihrer beschränkten Möglichkeiten dafür einsetzen, dass die bis dato praktizierte Abfuhr wieder möglich gemacht wird.“
Ab dem 1. Mai 2026 entfällt neben der Leerung der Gelben Tonnen auch die Mitnahme von blickdichten Säcken. Wenn keine Gelben Säcke vorhanden sind oder kurzfristiger Mehrbedarf besteht, müssen die Verkaufsverpackungen in durch-sichtigen Säcken bereitgestellt werden. Der Entsorger bittet um Verständnis für die Maßnahmen, die „der Qualitätssicherung und der reibungslosen Durchführung der Sammlung“ dienen. Auch die großen 1.100-Liter-Container werden künftig nur noch geleert, wenn der Inhalt sichtbar ist. Container mit blickdichten Säcken bleiben stehen, um die Sortierqualität zu garantieren.
Die Abfallberatung appelliert an die Schwalbacherinnen und Schwalbacher, sich auch weiterhin an der Sammlung von Verpackungen zu beteiligen. „Aus alten Verpackungen entstehen neue Produkte. Rezyklate können so den Einsatz von Neuplastik und damit CO2-Emissionen reduzieren“, so Abfallberaterin Ulrike Marschall.
Bei Rückfragen oder Beschwerden kann Kontakt zur Firma Kilb (06195/70 050, info@kv-entsorgung.de) oder zur städtischen Abfallberatung (Frau Marschall 06196/804-134, abfall@schwalbach.de) aufgenommen werden.
Weitergehende Informationen
In den Gelben Säcken bzw. Gelben Containern werden die sogenannten Leichtverpackungen (LVP) aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech und Verpackungen aus Verbundstoffen — also etwa Getränkekartons, die im Inneren eine Kunststoffschicht haben — gesammelt. Dazu gehören z.B. Plastikverpackungen von Joghurt, Wurst, Käse, Eis, aber auch Konservendosen, Alufolien, Getränkekartons und Styroporverpackungen. Die Verpackungen sollten restentleert, aber nicht gespült entsorgt werden.
Weitergehende Informationen und Hinweise zur Sammlung von Verpackungsabfällen liefern die Abfalltrennhinweise – auch in verschiedenen Sprachen – auf der Internetseite www.muelltrennung-wirkt.de.