Zwei Habitatbäume als wertvoller Lebensraum
Wenn ortsbildprägende Bäume gefällt werden müssen, ist die Sorge in der Bevölkerung oft groß. So musste 2025 eine Erle in der Eichendorffanlage und zuletzt eine Eiche im Eingangsbereich des Waldfriedhofs weichen. Dass dabei fünf bis sechs Meter hohe Stammreste stehen blieben, ist im Stadtbild zwar zunächst gewöhnungsbedürftig, erfüllt jedoch einen wichtigen Zweck: Sie sind wertvolle Lebensräume für die Biodiversität. Die Stadt Schwalbach am Taunus hat diese beiden Habitatbäume jetzt mit entsprechenden Hinweisschildern ausgestattet.
„Wo manche nur totes Holz sehen, entsteht in Wahrheit neues Leben“, betont Bürgermeister Thomas Milkowitsch. „Unsere Stadt soll grün und lebendig bleiben. Deshalb schaffen wir geschützte Freiräume für die Natur, wo immer die Sicherheit es gestattet. Mit den Habitatbäumen erhalten wir wertvolle Naturräume direkt vor unserer Haustür.“
Kranke oder gealterte Bäume bieten durch Höhlen, Spalten und Totholz einen unverzichtbaren Lebensraum für viele geschützte Arten.
„Mit den Schildern möchten wir vermitteln, dass diese zurückgeschnittenen Baumveteranen kein Zeichen von Vernachlässigung sind, sondern ökologisch bedeutsame Lebensräume“, erklärt der städtische Umweltschutzbeauftragte Maximilian Schneider. „Gerade Kindern möchten wir so zeigen, wie viel Leben eigentlich in Totholz steckt.“ Damit von den Stämmen keine Gefahr ausgeht, werden sie im Vorfeld fachgerecht eingekürzt und regelmäßig auf ihre Standsicherheit geprüft.
Die neuen Schilder klären vor Ort über die Bedeutung der Bäume für die Biodiversität auf. Ein integrierter QR-Code führt zudem zu vertiefenden Informationen für Erwachsene sowie speziell aufbereiteten Inhalten für Kinder.