Nach mutwilliger Zerstörung ihrer „Zaun-Galerie“ gestalten Kinder der Kita Tausendfüßlerhaus ihren Außenbereich bunter als zuvor
Seit Anfang Mai war der Zaun der Kindertagesstätte Tausendfüßlerhaus am Mittelweg weit mehr als nur eine Grundstücksbegrenzung. Er war eine Galerie, die Jung und Alt im Stadtteil miteinander ins Gespräch brachte. Mit viel Liebe zum Detail hatten die Kinder Bilder gemalt und laminiert, um Passanten – insbesondere älteren Menschen aus der Nachbarschaft – eine Freude zu bereiten. Doch am Montag der vergangenen Woche wich die Freude großer Bestürzung: Unbekannte hatten die Kunstwerke am Wochenende abgerissen und in den Garten geworfen.
Die Enttäuschung bei den kleinen Künstlerinnen und Künstlern war zunächst groß. „Die Kinder konnten nicht verstehen, warum jemand ihre Arbeit mutwillig kaputt macht“, erklärt die Leiterin der Einrichtung Beate Roshan-Moniri. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, entschied sich die Einrichtung für eine pädagogische Antwort: Eine „Jetzt erst recht“-Aktion.
In den vergangenen Tagen herrschte im Tausendfüßlerhaus daher lebhafte Kreativität. Es wurde gezeichnet, gemalt und wieder laminiert. Das Ergebnis ist seit Freitag letzter Woche am Zaun der Kita zu bewundern. Die neue „Galerie“ ist noch umfangreicher und bunter als die erste. „Wir wollten den Kindern zeigen, dass Kreativität und Gemeinschaft stärker sind als Zerstörungswut“, so Roshan-Moniri weiter.
Die ersten Reaktionen aus dem Umfeld sind positiv: Viele Anwohner zeigten sich solidarisch und bestärkten die Kinder in ihrem Vorhaben. Die Kita hofft nun, dass die neuen Bilder dauerhaft hängen bleiben und weiterhin für ein Lächeln bei den Passanten sorgen. Gleichzeitig bittet die Einrichtung die Nachbarschaft um Aufmerksamkeit, damit die Mühe der Kinder dieses Mal respektiert wird.