Ergebnisse der Seniorenbefragungen liegen vor

Autor: Pressestelle
Veröffentlicht am: 17.05.2019

2018 wurde eine repräsentative Befragung älterer Schwalbacherinnen und Schwalbacher durchgeführt. Die Ergebnisse liegen als „Bericht zur Situation älterer Menschen in Schwalbach am Taunus“ vor und werden der Öffentlichkeit präsentiert. Bürgermeisterin Christiane Augsburger: „Ich danke allen, die sich beteiligt haben, sehr herzlich. Der Dank gilt der guten Zusammenarbeit mit dem beauftragten Institut aproxima GmbH ebenso wie der wissenschaftlichen Begleitung der Studie durch Prof. Dr. Eike Hennig, Schwalbach. Der Seniorenbeirat mit der Vorsitzenden Monika Schwarz hat uns dabei unterstützt. Nicht zuletzt danke ich allen Schwalbacherinnen und Schwalbachern, die den Fragebogen ausgefüllt haben. Nun ist es an Kommunalpolitik und Stadtverwaltung, den besten Nutzen aus den Erkenntnissen zu ziehen. Und davon profitieren alle Schwalbacherinnen und Schwalbacher, die Älteren jetzt, die Jüngeren später!“

Die Hauptergebnisse der Befragung und der Vertiefungsstudie, so deren Verfasser Dr. Henry Kreikenbom legen dar: „Die Mehrheit der befragten älteren Menschen fühlt sich in Schwalbach am Taunus wohl. Die städtische Infrastruktur wird zum Zeitpunkt der Untersuchung von den meisten Befragten als seniorenfreundlich beurteilt.“ Im Einzelnen sind darunter zu verstehen: seniorengerechte Freizeit- und Kulturangebote, seniorenfreundlich gestaltete Grünanlagen, barrierefreie Straßen, die Ausstattung mit Pflegediensten, seniorengerechten Einkaufs- und Parkmöglichkeiten, Gaststätten, Cafés und ein auf die Bedürfnisse der älterer Menschen zugeschnittener öffentlicher Personennahverkehr. Kreikenbom: „Diese Aufzählung zeigt wichtige Handlungsfelder für die Stadtverwaltung und alle, die sich um das Wohl der älteren Menschen in Schwalbach bemühen.“

Barrierefreiheit und Sicherheit

Auch wenn in Schwalbach am Taunus vieles schon verwirklicht ist, ältere Schwalbacherinnen und Schwalbacher sehen noch viele Möglichkeiten, Straßen und Wege barrierefrei zu gestalten. Was die Sicherheit betrifft, so fühlt sich mehr als die Hälfte der befragten Personen ab dem 56. Lebensjahr in Schwalbach sehr beziehungsweise eher sicher. Doch immerhin fast jeder/jede Dritte macht Abstriche und beurteilt die Lage in der Stadt als weniger sicher („teils/teils“). Rund 13 Prozent der Befragten fühlen sich sogar eher beziehungsweise sehr unsicher in der Stadt. Vor allem „junge Alte“ zwischen 61 und 80 Jahren und Frauen fühlen sich verunsichert.

Henry Kreikenbom erläutert: „Das Sicherheitsgefühl hat Einfluss auf das Wohlbefinden im Wohnviertel. Die Menschen fühlen sich umso wohler in ihrem Wohnviertel, je sicherer sie sich in der Stadt fühlen. Insgesamt aber kann die Sorge um die Sicherheit eher als eine Wahrnehmung des allgemeinen Stadtklimas betrachtet werden. Mit unmittelbaren Opfererfahrungen der Befragten hängt diese Sorge selten zusammen.“

Wohnzufriedenheit

76 Prozent der Bewohner von Eigenheimen sind sehr zufrieden mit ihrer Wohnung, obwohl diese manchem zu groß ist. In Wohnblöcken und Hochhäusern ist die Wohnzufriedenheit etwas geringer. Hier sind rund 57 Prozent der Bewohner sehr zufrieden mit ihrer Wohnsituation. Dabei stört die Älteren vor allem die altersmäßige Durchmischung der Häuser: Senioren und Hochbetagte leben lieber in Häusern, in denen sich überwiegend Gleichaltrige befinden.

Teilhabe am Leben in der Stadt

Das lebendige Vereinsleben Schwalbachs ist eine gute Voraussetzung für die Einbeziehung älterer Menschen. Mit ihrer Lebenserfahrung besitzen sie ein wertvolles Potenzial für die ehrenamtliche Arbeit. Ihr Engagement hält sie außerdem in der Mitte der Gesellschaft und wirkt sich in der Regel positiv auf ihre Vitalität aus. 59 Prozent aller Befragten sind in einem oder mehreren Vereinen organisiert oder anderweitig gesellschaftlich aktiv. Rund 53 Prozent der Befragten sind Mitglied in einer Kirchengemeinde, die damit einen wichtigen Beitrag zur Integration älterer Menschen leisten. Ein Verein wie beispielsweise die Aktivhilfe e.V. bieten älteren Menschen darüber hinaus direkte Unterstützung im Alltagsleben an.

Hilfen im Alter, Familie
Die Angebote von Pflegediensten, Therapeuten und handwerklichen Hilfen sind am bekanntesten. Mehr als die Hälfte der Befragten äußert sich dazu. Hochbetagte wissen über viele dieser Angebote etwas besser Bescheid als „junge Alte“. Im Durchschnitt nutzen sie diese Angebote häufiger als die übrigen Altersgruppen, was die Notwendigkeit des Bedarfs zumindest im hohen Alter anzeigt. Der erste Bezugspunkt im Alltagsleben ist jedoch die Familie: 63 Prozent der Befragten geben an, von Familienangehörigen, Freunden oder Bekannten unterstützt zu werden.

Ältere Menschen mit Migrationshintergrund

Ältere Menschen mit Migrationshintergrund sind unterschiedlich integriert. Zum einen ergeben sich diese Unterschiede aus der Verschiedenheit der kulturellen Voraussetzungen, die die ethnischen Gruppen aus ihren Herkunftsländern mitbringen. Zum anderen nehmen soziale Kontakte (auch bei Deutschstämmigen) im höheren Alter ab.

Mobilität

Ältere Menschen gehen entweder zu Fuß oder nutzen das Auto: Die meisten älteren Schwalbacherinnen und Schwalbacher ab dem 56. Lebensjahr sind in der Stadt zu Fuß unterwegs - fast die Hälfte der Befragten täglich. Ebenso groß ist der Anteil der Befragten, die das Auto nutzen. Der öffentliche Nahverkehr, Fahrdienste oder das Taxi werden in Anspruch genommen. Je älter die Menschen, desto häufiger wird mit dem Auto gefahren. Um den öffentlichen Personennahverkehr für ältere Menschen praktikabel zu machen, wären aus der Sicht der Befragten eine ganze Reihe von Verbesserungen erforderlich, zum Beispiel eine höhere Taktung, mehr Haltepunkte und der Einsatz kleiner Busse, die in die Wohnquartiere fahren.

Die Befragungen

Um ein möglichst umfassendes Bild von der Lebensqualität im Alter zu zeichnen, wurden 70 Fragen, untergliedert in zwölf Themen, 271 Schwalbacherinnen und Schwalbachern ab dem 56. Lebensjahr gestellt. Ergänzend zu dieser quantitativen Erhebung wurden in einer Vertiefungsstudie sieben offene Expertengespräche mit Akteurinnen der Seniorenarbeit in Schwalbach sowie zwölf Leitfadeninterviews mit Seniorinnen und Senioren sowie Hochbetagten durchgeführt.

Dabei wurden drei Gruppen von älteren Menschen unterschieden: sogenannte „junge Alte“ (56 bis 60 Jahre), Seniorinnen und Senioren (61 bis 80 Jahre) und Hochbetagten (ab dem 81. Lebensjahr). Ebenso wurden die Unterschiede zwischen den Stadtgebieten Alt-Schwalbach und der Wohnstadt Limes berücksichtigt. Darüber hinaus betrachtet die Studie die Abhängigkeit der Lebensqualität der älteren Menschen in Schwalbach ausgehend vom Grad ihrer Mobilität.