50 Jahre Änderungsschneiderei Özel

Veröffentlicht am: 28.08.2020
Autor: Pressestelle
Stadtgespräch „Einkaufen in Schwalbach am Taunus“

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Am 1. September 1970 eröffnete Ayfer Özel ihre Änderungsschneiderei in der Taunusstraße in Alt-Schwalbach. „Das war die erste Änderungsschneiderei in Schwalbach und es war auch das erste Geschäft einer türkischstämmigen Inhaberin in Schwalbach“, erzählt sie. Am 1. September dieses Jahres besteht ihr Geschäft seit fünf Jahrzehnten, seit 44 Jahren am Marktplatz 26. Kein Wunder, dass die Schneiderin ihre treuen Kunden schon in der dritten Generation kennt, dass sie in ganz Schwalbach bekannt ist und geschätzt wird. Doch das beruht offenbar auf Gegenseitigkeit: „Ich bin sehr zufrieden, meine Kunden waren nett und korrekt, ich habe selten etwas anderes erlebt“, lobt Özel. Auch in der türkischen Gemeinde Schwalbachs ist sie angesehen und beliebt, ihr Rat wird gerne gesucht.

In einem halben Jahrhundert verändert sich vieles. In Schwalbach gibt es mittlerweile drei Änderungsschneidereien. Und auch die Kleidung, die die die Kunden dort abgeben, hat sich gewandelt. „Mäntel, Anzüge und Kostüme waren in früheren Jahrzehnten teurer. Daher lohnte sich eine aufwändige Änderung oder Reparatur. Geht heutzutage ein Kleidungsstück kaputt oder passt nicht mehr so richtig, wird häufig schnell was Neues gekauft, statt es in die Änderungsschneiderei zu bringen“, ist Özels Erfahrung.

Ayfer Özel wurde 1946 in Ankara geboren. Das Schneiderhandwerk wurde ihr sozusagen in die Wiege gelegt, denn ihr Vater hatte ein Geschäft in dem Singer-Nähmaschinen verkauft wurden und in dem Nähkurse stattfanden. 1965 zog sie nach Schwalbach am Taunus in die Brandenburger Straße. Damals standen dort erst drei Häuser und die Wohnstadt Limes war eine riesige Baustelle. 1968 wurde die Tochter geboren, 1969 und 1977 die Söhne, wobei der jüngere Sohn heute in Schwalbach lebt. Seit 1985 wohnt sie am Ostring in der Wohnung direkt über dem Geschäft. So hat sie es nicht weit, wenn sie ihren Arbeitsplatz aufsucht. Das erleichterte es der alleinerziehenden Mutter, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Ihren Lebensunterhalt verdient sie dort bis heute und denkt nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen. Als der Vermieter 1997 die Räume anders nutzen und ihr kündigen wollte, sprachen sich 2.700 Schwalbacherinnen und Schwalbacher mit ihrer Unterschrift dagegen aus. Bürgermeister Alexander Immisch: „Es ist also keineswegs übertrieben, wenn ich sage, Ayfer Özel ist in Schwalbach eine Institution!“