Informations-Spaziergang Streuobstwiesen

Veröffentlicht am: 17.09.2020
Autor: Pressestelle

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Die Stadt Schwalbach am Taunus besitzt 25 Streuobstwiesen mit insgesamt fast sechs Hektar Fläche (59.500 Quadratmeter). Der Hessische Nachhaltigkeitstag wurde deshalb für einen Spaziergang zur Information über die städtischen Streuobstwiesen genutzt, geführt vom Umweltschutzbeauftragten der Stadt. Ebenfalls mit dabei war Bürgermeister Alexander Immisch: „Wir leben hier in einer Kulturlandschaft und versuchen, mit unseren Streuobstwiesen so viel Natur zu erhalten, wie es nur möglich ist.“

Die Landschaft vom Main hin zum Taunus gliedert sich - entsprechend der abnehmenden Nährstoffe im Boden - in fruchtbare Felder, Streuobstwiesen und schließlich Wald. Die Obstbäume stehen auf mageren Wiesen mit wenigen Nährstoffen. Von der Stadt werden die Streuobstwiesen darüber hinaus auf Naturschutz und nicht auf Ertrag hin gepflegt. Der städtische Umweltschutzbeauftragte Burghard Haueisen: „Die Streuobstwiesen werden nicht gespritzt, nicht gedüngt und auch nicht ‚aufgeräumt‘. Und bricht ein Ast von einem Baumstamm, so entsteht eine Höhle, die einen Nistplatz bietet.“

Streuobstwiesen schaffen somit einen vielfältigen Lebensraum: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) hängt hier ehrenamtlich Nistkästen auf und führt Zählprojekte beispielsweise für Siebenschläfer und Gartenschläfer durch. Nicht ohne Erfolg, freut sich Haueisen: „Drei Steinkauzpaare nisten in Schwalbach!“ Schon seit mehr als zwei Jahrzehnten erwirbt die Stadt deshalb fast eine jede Streuobstwiese, die ihr zum Kauf angeboten wird.

Für den Umweltschutzbeauftragten wird es in den letzten Jahren jedoch schwieriger, einen Landwirt oder eine andere fachlich versierte Person zu finden, die in der Lage ist, die Streuobstwiesen zu pflegen. Die Obstbäume brauchen einen fachgerechten Schnitt, und wenigstens einmal im Jahr, höchstens zweimal, muss die Wiese gemäht werden. Dafür gibt es dann die Äpfel: Für das Kelterobst zahlt eine bekannte Kelterei in diesem Herbst zehn Euro für hundert Kilo Kelteräpfel.

Haueisen weist darauf hin, dass auch städtische Wiesen einen Eigentümer haben und dass man sich nicht einfach die Äpfel vom Baum holen kann. Dabei werde oft sogar noch größerer Schaden angerichtet, beispielsweise für ein paar Äpfel ganze Äste abgerissen. Haueisen: „Sollte die Stadt einmal aufhören, die Streuobstwiesen zu pflegen, so wäre es mit der Kulturlandschaft bald vorbei. Denn die Natur holt sich die Fläche zurück, mit Gebüsch und kleineren Bäumen, die dann hier wachsen.“