Rückblick auf das Jahr 2020

Veröffentlicht am: 22.12.2020
Autor: Pressestelle

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Schwalbach ist Mitglied im Bündnis der Klima-Kommunen

Seit 7. Dezember ist die Stadt Schwalbach am Taunus Mitglied im Bündnis der Klima-Kommunen Hessens. Die Stadtverordnetenversammlung hat diesen Beschluss im Juni 2020 gefasst. Damit hat sich Schwalbach am Taunus verpflichtet, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden. Um darzulegen, wie dieses Ziel erreicht werden soll, muss ein Aktionsplan zu Klimaschutz und Klimawandelanpassung in Schwalbach aufgestellt werden. Darüber hinaus ist die Stadt verpflichtet, jedes Jahr über ihr Engagement für dieses Ziel zu berichten.
 

RTW, Radschnellweg, Stadtradeln, Mobilität

Schwalbach am Taunus hat gleich zu Beginn 2020 seinen Zuschuss von fast 2,7 Millionen Euro zu Planung und Vorbereitung der Ausschreibung für die Regionaltangente West (RTW) überwiesen. Mit dieser Schienenverbindung, die Frankfurt in einem großen Halbkreis westlich umfährt, sollen die Kapazitäten des Öffentlichen Personennahverkehrs der Region gestärkt werden.
Schwalbach am Taunus gehört auch zu den Kommunen, die unter Federführung des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain eine Machbarkeitsstudie für den Radschnellweg „Taunushang - FrankfurtRheinMain 4“ (FRM4) in Auftrag gegeben haben. Dieser führt von Bad Soden über Schwalbach und Sulzbach nach Eschborn. Dort schließt er an die Trasse des geplanten Radschnellweges FRM5 „Vordertaunus“ an, der dann bis in die Frankfurter Innenstadt und über Steinbach, Oberursel und Bad Homburg nach Friedrichsdorf führen soll.
2020 beteiligte sich die Stadt Schwalbach am Taunus zum sechsten Mal am bundesweiten Wettbewerb STADTRADELN (www.stadtradeln.de). Drei Wochen lang, von 7. bis 27. Juni, radelten 155 Schwalbacherinnen und Schwalbacher mehr als 40.000 Kilometer. Dabei wurden rund sechs Tonnen CO2-Emissionen erspart.
Es ist offensichtlich: Die Aufgaben im Rathaus rund um das Thema nachhaltige Mobilität werden mehr. In diesem Herbst wurde deshalb eine Mitarbeiterin eingestellt, die sich vorrangig diesem Sachgebiet widmen wird.
 

Straßen, Wege, Kunstrasenplatz

Die Eschborner Straße wurde saniert und die beiden Bushaltestellen dort barrierefrei ausgebaut. Ein Fahrradschutzstreifen wurde markiert. Der Grünstreifen wurde mit einer Ligusterhecke und zwölf Roteichen neu angepflanzt.
Die Sanierung von Höchster und Schwanheimer Straße mit Erneuerung von Kanal- und Wasserleitung wurde im Mai begonnen und soll Ende März 2021 fertig sein.
An der Treppenanlage von der Wilhelm-Leuschner-Straße in Richtung Waldbach wird noch gearbeitet. Der Fußweg am Naturbad entlang zu den Sportplätzen wurde neu gemacht. Der obere Kunstrasenplatz der Sportanlage Hinter der Röth wurde im Sommer von Grund auf erneuert.
 

Bebauungspläne in Arbeit

Den Planentwurf des Bebauungsplans Nr. 72 „Limesstadion“ hat die Stadtverordnetenversammlung am 1. Oktober gebilligt. Mittlerweile ist hierzu die Offenlage und damit die zweite Runde der Bürgerbeteiligung abgeschlossen. Am Bebauungsplan Nr. 99 „Östlich der Straße am Flachsacker“ arbeitet das Bau- und Planungsamt mit dem Entwickler des Geländes. Gegenwärtig wird die Stellungnahme des Verkehrsplaners erwartet. Durch die 2. Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes Nr. 43 für das Gebiet „Östlich der Berliner Straße zwischen Taunusstraße, Friedrich-Stoltze-Straße und Wiesenweg“ sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Verlagerung der Feuerwehr auf das Gelände des Bauhofs geschaffen werden. Der Vorentwurf des Bebauungsplans lag im Frühjahr 2020 im Bau- und Planungsamt zur Einsicht aus. Aktuell wird ein Konzept erarbeitet, um den Eingriff in Natur und Artenvielfalt auszugleichen. Außerdem müssen die in der vorzeitigen Bürgerbeteiligung vorgebrachten Anregungen detailliert geprüft und ausgewertet werden.
In der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung im Dezember wurde die erste Änderung des Bebauungsplanes Nr. 80 „Hauptstraße/Am Waldbach“ beschlossen. Anstelle des kleinen Parkhauses sollen dort Wohnungen entstehen; 17 öffentliche Parkplätze bleiben erhalten.
 

Neugestaltung unterer Marktplatz

Die Pläne zur Umgestaltung des unteren Marktplatzes hat die Stadtverordnetenversammlung schon im Mai 2019 beschlossen. Doch erst danach kam der Vorschlag auf, dort eine Zisterne vorzusehen. Sie sollte der Bewässerung der zahlreichen, klimafesten Bäume dienen, die auf dem unteren Marktplatz neu angepflanzt werden. Nach aufwändiger Recherche und Prüfung hat die Stadtverordnetenversammlung im Dezember 2020 den Bau einer Zisterne beschlossen. Diese entwässert das Vordach des „bunten Riesen“, fasst 16 Kubikmeter Wasser und wird unter der Fläche vor der Bierstube eingebaut. Nun werden die Leistungen zur Neugestaltung des unteren Marktplatzes ausgeschrieben und die Bauarbeiten können im kommenden Jahr beginnen.
 

Schulkinderhäuser

Der Bau des Interim-Schulkinderhauses III an der Geschwister-Scholl-Schule wird gegenwärtig fertiggestellt. Ab Anfang des kommenden Jahres sollen dort bis zu 80 Grundschülerinnen und Grundschüler in vier Gruppen (mit Essensversorgung) betreut werden. Die Trägerschaft des Schulkinderhauses an der Georg-Kerschensteiner-Schule soll ab 1. August 2021 auf den Main-Taunus-Kreis übergehen. Der bisherige gute Standard der Schulkinderbetreuung soll nach einem einstimmig gefassten Beschluss der Stadtverordnetenversammlung dabei erhalten bleiben. Über eine entsprechende Vorlage des Magistrates kann die Stadtverordnetenversammlung bereits in ihrer ersten Sitzung 2021 am 11. Februar abstimmen.
 

Neubau zweier Kindertagesstätten geplant

Was die Kindertagesstätten betrifft, so ist geplant, zwei Einrichtungen neu zu bauen. Zum einen handelt es sich um die Kindertagesstätte St. Pankratius, deren Träger ist die Katholische Pfarrgemeinde Schwalbach. Hier wird gegenwärtig der Interimsbetrieb für die Dauer der Bauarbeiten geplant. Ebenfalls neu gebaut werden soll die Kindertagesstätte Schwalbennest in der Frankenstraße. Diese muss während der Bauzeit ausgelagert werden. Auch das soll gemeinsam mit dem Träger der Einrichtung, der DRK Main-Taunus Familiendienste gGmbH, organisiert werden.
 

Offene Kinder- und Jugendarbeit

Auch in Corona-Zeiten war die städtische Kinder- und Jugendarbeit für ihr „Publikum“ da. Die Ferienspiele im Sommer und im Herbst konnten stattfinden, selbstverständlich mit jeweils aktuellem Hygienekonzept. Für Jugendliche ab zwölf Jahren wurde während Sommer- und Herbstferien ein attraktives Programm auf die Beine gestellt. Dabei war es der Jugendarbeit ganz besonders wichtig, in dieser schwierigen Zeit Kindern und Jugendlichen das Gespräch anzubieten. Diese konnten sich jederzeit mit ihren Fragen und Sorgen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wenden. Bis zu den Winterferien unterstützte die Schwalbacher Schülerhilfe ohne Unterbrechung Schülerinnen und Schüler der beiden Grundschulen und der Friedrich-Ebert-Schule mit Lernangeboten und Hausaufgabenhilfe.
 

Calisthenics-Station und Laufpark Schwalbach

Ein ganz neues „Turngerät“, eine Calisthenics-Station, konnte im September am Mittelweg eröffnet werden. Sie kam auf Wunsch und Initiative von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zustande, die sich auch in der Turngemeinde 1887 Schwalbach e. V. engagieren. Anfang November war der neue Laufpark Schwalbach am Start: Hobby- und Freizeitläufer profitieren von zwei gut ausgeschilderten und angenehm zu laufenden Rundkursen von 7,5 und 10 Kilometern. Um diese einzurichten war eine ganze Reihe von Mitgliedern der Turngemeinde aktiv; gefördert hat die Mainova.
 

Jugendparlament

Vor mehr als einem Jahr wurde das erste Jugendparlament der Stadt Schwalbach am Taunus gewählt. Sechs Vorschläge haben die jugendlichen Parlamentarierinnen und Parlamentarier mittlerweile erarbeitet, darunter beispielsweise Baumpatenschaften oder öffentliche Fahrrad-Reparaturstationen. In ihrer Sitzung Anfang November hat die Stadtverordnetenversammlung alle diese Vorschläge einstimmig angenommen. So können die Jugendlichen aus eigenem Erleben erfahren, dass politisches Engagement Wirkung entfalten und erfolgreich sein kann.
 

Öffentliche Ordnung und Sicherheit

Die Erneuerung der Schwalbacher Sirenenalarmierung ist abgeschlossen, alle drei Sirenen sind einsatzbereit. Als Folge von Straßenbauarbeiten und der Errichtung des Interim-Schulkinderhauses III an der Geschwister-Scholl-Schule waren umfangreiche Umleitungen einzurichten und zu kontrollieren. In der Regel misst die Ordnungspolizei zwei Mal wöchentlich Geschwindigkeiten im Stadtgebiet.
 

Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie brachte der Stadtverwaltung sehr viel Arbeit. Vor allem zwei Ämter waren davon betroffen: das Ordnungsamt und das Jugendamt. Das Ordnungsamt musste Verschärfung und Lockerung der Regeln praktisch im Wochenrhythmus mitteilen, umsetzen und überwachen. Das Bürgerhaus als Veranstaltungsort stellte auf „sicheren Betrieb“ um; jeder Raum wurde entsprechend eines Hygienekonzepts eingerichtet. Die vielen Fragen von besorgten Bürgerinnen und Bürgern, Veranstaltern und Unternehmen waren sachkundig zu beantworten.

Auch Kindertagesstätten und Schulkinderhäuser sowie die offene Kinder- und Jugendarbeit der Stadt standen plötzlich vor ganz neuen Herausforderungen. Einrichtungen mussten herunter- und schrittweise hochgefahren, aktuelle Hygienekonzepte erarbeitet und angewendet werden. Es galt, ganz schnell ganz neue Ideen der Kinder- und Jugendarbeit zu entwickeln: kleine Gruppen, Betreuung an der frischen Luft. … Phantasie und Tatkraft waren gefragt. Grundsätzlich sollte den Schwalbacherinnen und Schwalbachern so viel Normalität geboten werden, wie nur möglich.
 

Wirtschaftsförderung und Corona-Krisenhilfe

Am 1. Oktober hat ein neuer Mitarbeiter der Stadtverwaltung für die Wirtschaftsförderung die Arbeit aufgenommen. Der Zeitpunkt hätte nicht dringlicher sein können, denn die Corona-Pandemie brachte viele Betriebe in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Auf Initiative des Schwalbacher Gewerbevereins hat sich die Stadt sofort für ortsansässige Gewerbetreibende, Einzelhändler und Gastronomen sowie Dienstleister und Selbstständige eingesetzt. Schon im Juni beschloss die Stadtverordnetenversammlung, ein vom Gewerbeverein aufgesetztes Maßnahmenpaket (darunter auch Gutscheine) mit 75.000 Euro zu unterstützen. Im Herbst hat sie dann ebenso einstimmig eine schnelle und unbürokratische Hilfe durch einen Fixkosten-Zuschuss für Betriebe in Corona-Notlage beschlossen. Dafür werden 100.000 Euro im städtischen Haushalt bereitgestellt. Flankiert wurde diese Unterstützung durch von der Stadt finanzierte Werbemaßnahmen wie die Veröffentlichung von Anzeigen und Speisekarten.
 

Seniorinnen und Senioren

Im Frühjahr, während der ersten Welle der Pandemie, hatte die Stadt vorübergehend einen Einkaufsdienst eingerichtet für Seniorinnen und Senioren, die Hilfe brauchten. Besonders alleinstehende Seniorinnen und Senioren bedauerten, dass im Verlaufe des Jahres alle Veranstaltungen – vom Ausflug bis zur Weihnachtsfeier – ausfallen mussten. Es ist ihnen anzumerken, dass Kontakte, Austausch und Geselligkeit fehlen. Und auch in diesem Fall zeigt es sich, dass eine Stadtverwaltung vieles bewegen kann, doch längst nicht alles. Um im Kontakt und im Gespräch mit alleinstehenden Seniorinnen und Senioren zu bleiben sind Mitmenschen gefragt: Nachbarn oder ehrenamtlich Engagierte, die hin und wieder den Telefonhörer in die Hand nehmen oder an der Haustür klingeln.