Von der Renaissance bis ins 18. Jahrhundert

Burg   

Für viele Jahrhunderte bleibt Schwalbach ein kleines Dorf von bäuerlichem Charakter mit kaum mehr als 200, höchstens 300 Einwohnern. Es befindet sich immer in Abhängigkeit von fremden Herren, deren Vertreter als Vögte oder Schultheißen ihre Herrschaft, auch Gerichtsbarkeit, in der Burg Schwalbach ausübten.
Seit 1635 gehört Schwalbach, nun endgültig, zum Kurfürstentum Mainz.

1535
 

Nach Aussterben der Eppsteiner geht die Herrschaft Königstein an die Grafen von Stolberg
(in der Nähe von Nordhausen) über. Schwalbach wird protestantisch.

8. August 1581

 

Graf Christoph von Stolberg stirbt kinderlos. Das Gebiet wird durch Entscheid des Kaisers Rudolf II. von Habsburg dem Kurfürstentum Mainz zugesprochen. Neuer Landesherr wird der Erzbischof von Mainz.

ab 1604

Systematische allgemeine Rekatholisierung (Gegenreformation).

1622



 

Auch am kleinen Dorf Schwalbach geht der Dreißigjährige Krieg nicht spurlos vorbei. Vor der Schlacht von Höchst am 20. Juni 1622 gegen die kaiserlichen Truppen unter ihrem Feldherrn Tilly kommt es zu starken Verwüstungen in den Dörfern des Vortaunus durch Braunschweigische Truppen unter Herzog Christian (Zerstörung der Schwalbacher Burg „…bis uff etwas Gemäuer…“).
Die permanente Präsenz von Soldaten wirkt sich auch langfristig aus.

1628
 

In Schwalbach bitten 1628 Pachtleute um Minderung der Pacht wegen der Kriegseinwirkungen (Zertrampeln von Feldern/Stehlen von Vieh, z.B. Pferde, Schafe) während der „Palandischen“ Einquartierung bzw. durch ligistische Truppen (MzG 2, S. 8f.).

11./14. Januar 1642     

 

Selbst gegen Ende des Krieges gibt es noch Berichte wie jenen vom 11./14. Januar 1642 über den schlechten Zustand der seit Jahren nicht mehr gemähten Wiesen durch die infolge des Krieges verfallenen Wehre und Gräben.

um 1660
 

Wiederaufbau der Burg, einst Sitz der Adligen von Schwalbach, die ab 1662 wieder vom Schultheiß – wie schon vor 1622 – bewohnt wird.

1753 bis 1756
 

Bau der Pfarrkirche St. Pankratius auf dem „Seibert’schen Platz“ anstelle des alten baufällig gewordenen Kirchleins, das vermutlich am Alten Friedhof gelegen hatte

1792 (20. Juni)
 

Bau des neuen Schulhauses (Fachwerkhaus Hauptstr. 8) in weniger als drei Monaten unter der Leitung des später auch in Regensburg und München tätigen, hochangesehenen Architekten Joseph Emanuel von Herigoyen.